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MitteilungenSenioren Union

Vortrag eines Lebertransplantierten über Organspende beim Politischen Frühstück der Seniorenunion Menden

Am 6. Mai ging es in der Seniorenunion beim „Politischen Frühstück“ um ein sehr ernstes Thema: Organspende. Ob sie eigentlich nicht zu alt dafür seien – sowohl für die Spende als auch für den Empfang von Organen, fragten sich einige Anwesende.

Aber diese Frage wurde von dem Referenten Gerd Böckmann, Vorsitzender des Vereins „Lebertransplantierte Deutschland e.V.“  vehement verneint: Man sei nie zu alt, aber auch nicht zu jung für Organspenden in jeder Richtung.

Zunächst wurde er sehr persönlich, indem er seine eigene Heilungsgeschichte erzählte. Vor 11 Jahren bekam er eine neue Leber, nachdem er aufgrund einer Infektion dem Leberversagen entgegensehen musste. Er hatte Glück: Für ihn kam das Organ rechtzeitig, bevor seine physische Verfassung zu schlecht für eine Transplantation wurde. Und so sieht er seit Jahren seine Aufgabe darin, Menschen über den Segen der Organspende aufzuklären.

Anhand von Zahlen zeigte er die große Diskrepanz zwischen Bedarf und Angebot auf. Er sprach darüber, dass sich mehrere Länder zusammengetan haben, um die Organspende über die Grenzen hinweg möglich zu machen. Gerade kleine Länder profitieren davon, aber auch Deutschland, das als einziges Land noch nicht die Widerspruchsregelung eingeführt hat. Bei uns muss man ausdrücklich einer Spende der eigenen Organe oder Gewebe – auch in Auswahl möglich – zustimmen. In anderen Ländern geht man davon aus, dass ohne Widerspruch Zustimmung vorliegt. Dadurch gibt es natürlich wesentlich mehr zur Verfügung stehende Organe. Und so gibt es auch mehr transplantierte Patienten in Deutschland als gespendete Organe von Deutschen.

Böckmann beschrieb ausführlich das Verfahren, das bei einer Transplantation – bei der Entnahme von Organen und beim Anliefern von Organen bei passenden Spendern angewandt wird. Die Sorge, bei lebendigem Leib „zerpflückt“ zu werden, konnte er glaubhaft abwehren. Eine Organentnahme werde nur bei hundertprozentig feststehendem Hirntod angewandt und so schonend vorgenommen, dass am Ende ein vollständiger, äußerlich unversehrter Leichnam zur Aufbahrung und Bestattung freigegeben werden könne.

Der Referent warb inständig darum, mit der eigenen Familie über dieses heikle Thema ins Gespräch zu kommen, damit in einer sehr schwierigen Situation Klarheit herrsche und es nicht zu widersprüchlichen Aussagen über den vermeintlichen Willen des Verstorbenen komme.

Und er legte den Anwesenden ans Herz, einen Organspendeausweis auszufüllen und mit sich zu führen. Alternativ könne man sich auch online im Organspende-Register eintragen. In einer Patientenverfügung solle man auch seinen Willen zur Organspende oder dagegen dokumentieren. Dabei kann man auch differenziert angeben, welche Organe oder Gewebe man zu spenden bereit ist.

Zum Schluss wurde er gefragt, ob er sich auch gelegentlich Alkohol gönne. „Ich behandle meine mir geschenkte Leber so gut wie möglich. Auf Alkohol und andere schädliche Dinge verzichte ich gerne.“

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